„Wenn im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2006 laut Statistik in Sachsen-Anhalt 11.680 Kinder unter 15 Jahren nicht mehr unter Hartz IV-Bedingungen leben mussten, so ist das für die Betroffenen nur gut. Ganz offensichtlich wirkt hier die demographische Entwicklung auch in Richtung Arbeitsmarkt.
Allerdings beruht all dies auf Statistiken der Agentur für Arbeit, die von der LINKEN seit langem dahingehend kritisiert werden, dass nach entsprechenden gesetzlichen Vorgaben viele von vorneherein aus der Statistik herausfallen, also gar nicht mehr mitgezählt werden. Schon das verzerrt das Bild. Zudem sollte ein Rückgang von 14,6 % in immerhin fünf Jahren wahrlich kein Grund zu Freudenausbrüchen sein.
Darüber hinaus mussten im Jahr 2011 noch immer 68.233 Kinder unter 15 unter Hartz IV-Bedingungen leben, das bleibt ein unvertretbarer sozialer Skandal.
Die Statistik sagt nichts darüber aus, unter welchen konkreten Bedingungen die jetzt nicht mehr betroffenen leben, es bleibt aber zu befürchten dass es sich oftmals noch immer um die Nähe zu prekären Verhältnissen handelt.
Für DIE LINKE bleibt es dabei, dass die eigentliche soziale Problematik längst nicht gelöst ist, der Grad der offenen und verdeckten Kinderarmut bleibt völlig inakzeptabel. Umso mehr muss es darauf ankommen, deren Ursachen endlich zu beseitigen. Dazu gehört unverändert ein flächendeckender und existenzsichernder gesetzlicher Mindestlohn, dazu gehört Chancengleichheit in der Bildung vom Ganztagsbetreuungsangebot in Kindertagesstätten bis hin zum Verbot von Studiengebühren. Es bleibt für DIE LINKE im Zentrum der politischen Auseinandersetzung, dass zu solchen und weiteren notwendigen Schritten weder die Regierung Haseloff noch die Bundesregierung bereit sind.“